Hier werden wir (einige) unserer Berichte in den �rtlichen Zeitungen etc. reinstellen
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Wenn ein Kind stirbt, dann ist es f�r Eltern, als ob die Welt f�r einen Moment stehen bleibt. Und wenn sie sich dann weiterdreht, ist nichts mehr wie vorher...
Dabei ist es egal, wie lange dieses Kind gelebt hat. Besonders einsam f�hlen sich Eltern bzw. M�tter aber, wenn f�r das Umfeld ein Kind noch nicht �richtig" gelebt hat, sondern bereits in der Schwangerschaft zu den Sternen gezogen ist. Vielleicht wusste auch noch niemand von diesem werdenden Leben. F�r die Eltern hat dieser winzige Hauch von Leben jedoch oft eine bleibende Spur in ihren Herzen hinterlassen. Selbst wenn dieses kleine Lebewesen kein sichtbares Erinnerungsst�ck, wie z.B. ein Foto hinterlassen hat oder die Eltern es niemals im Arm halten konnten, so hinterl�sst ein solcher Verlust oft eine tiefe Leere und Traurigkeit. Und oft fehlt solchen Eltern dann neben Verst�ndnis und lieben Menschen, die einem zuh�ren, ein Ort f�r ihre Trauer. Ein Ort, wo sie an ihre Kinder denken k�nnen, wo ihre Kinder als �vollwertig" gelten und wo sie sich ihnen nahe f�hlen k�nnen. Jedes Leben ist gleich viel wert und so wie jeder Mensch ein Recht auf eine letzte Ruhest�tte hat, sollten auch diese kleinen Menschlein einen Platz bekommen.
Das wissen Carolin und Heiko Semmelroth aus Buttlar aus eigener trauriger Erfahrung. Um dem Verlust ihrer Tochter einen Sinn zu geben, haben Sie im letzten Jahr die Selbsthilfegruppe "Sternchen-Eltern Rh�n" gegr�ndet. �ber diese Gr�ndung erschien am 09. Juni 2006 ein Artikel in der stz, auf welchen Frau Spengler, die Seniorenbeauftragte der Stadt Bad Salzungen aufmerksam wurde. Da gerade �ber die neue Friedhofssatzung beschlossen werden sollte und sie darin etwas dar�ber gelesen hatte, da� eine Bestattungspflicht erst bei 500g
Geburtsgewicht besteht, rief sie bei den Semmelroths mal an und fragte nach, was denn mit den Kindern geschieht, die weniger wiegen. Carolin Semmelroth unterhielt sich lange mit Frau Spengler und erz�hlte ihr von
Gemeinschaftsgrabst�tten in anderen St�dten. Aufgrund dieses Gespr�chs entschied sich die engagierte Seniorenbeauftragte, einen entsprechenden Antrag auf Schaffung eines ebensolchen Gemeinschaftsgrabes zu stellen. Gesagt, getan und so wurde entschieden, eine entsprechende Arbeitsgruppe unter Leitung der
Friedhofsverwaltung ins Leben zu rufen.
So entstand in Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bad Salzungen, den Vertretern der Kirchen, dem Krankenhaus Bad Salzungen und den �rtlichen Selbsthilfegruppen �Verwaiste Eltern S�dth�ringen e.V." und �Sternchen-Eltern Rh�n" eine neue Gemeinschaftsgrabst�dte f�r alle stillgeborenen Kinder, also Kinder, die
gestorben sind, bevor sie geboren wurden bzw. bald nach der Geburt gestorben sind. Mit der Einweihung dieser Grab- und Gedenkst�tte soll auch gleich der erste Gedenkgottesdienst sowie die erste Bestattung der Kinder stattfinden, die in den letzten Wochen und Monaten im Krankenhaus Bad Salzungen den Weg zu den
Sternen genommen haben und wo die Eltern sich nicht selbst um die Beisetzung k�mmern wollten oder konnten. Zu diesem Gottesdienst, der von den zust�ndigen Klinikseelsorgern, Pfarrer M�bius (evang.) und Pfarrer Bock (kath.) und den Vertretern der vorgenannten Selbsthilfegruppen unter Mitwirkung des Klinikums Bad Salzungen sowie der Friedhofsverwaltung gestaltet wird, laden wir alle betroffenen Eltern, deren Familien und Freunde am 10. Juni 2006 um 10 Uhr auf den neuen Stadtfriedhof "Auf den Eich�ckern" in Bad Salzungen OT Wildprechtroda
ein. Egal wie lange der Verlust her ist, egal in welcher Schwangerschaftswoche oder unter welchen Umst�nden ein Kind gegangen ist, sie sind herzlich eingeladen an dieser Trauerandacht teilzunehmen. Wenn Sie ihrem Sternenkind einen pers�nlichen Gru� mitbringen m�chten, dann k�nnen Sie einen kleinen Kieselstein gestalten und diesen anschlie�end an die Bestattung am Fu�e des neuen Gedenksteines ablegen. Es wird aber auch durch Frau Semmelroth eine M�glichkeit zur Beschriftung vor Ort zur Verf�gung gestellt werden. Als betroffene Mama wei� sie schlie�lich, wie wichtig solche Trauerrituale sein k�nnen...
Der Gedenkstein, welcher von Frau Rasbach vom Steinmetzbetrieb Br�uning & Rasbach gestaltet wurde, tr�gt den Namen �Geborgen". Er soll an das Tuch erinnern, in welches ein neugeborenes Kind meist gewickelt wird. Und ganz geborgen in der Mitte dieses Tuches befindet sich eine Knospe, als Zeichen f�r das Leben, das gerade beginnt und doch schon wieder vorbei ist. Wie eine empfindliche Knospe, ganz zart und fein, war dieses winzige Leben. Ein Windhauch gen�gte und dieses Leben verbl�hte, viel zu fr�h und viel zu schnell, bevor es richtig begann.
Auch wenn manchmal kaum jemand Notiz davon nimmt und jeder in seinen Alltag zur�ckkehrt, f�r die Eltern bleiben diese Kinder ein Teil ihres Lebens und leben in den Herzen und Gedanken weiter. So wissen die Semmelroths, das sich Viele nach einer Fehlgeburt irgendwann fragen: �Was ist eigentlich mit dem passiert,
was mein Kind war ?" Die Betroffenen, die hier im Klinikum Bad Salzungen ihr Kind hergeben mussten, brauchen sich das zuk�nftig nicht mehr fragen. Alle Kinder, f�r die keine Bestattungspflicht besteht (die also weniger als 500g bei der Geburt gewogen haben), werden von nun an in diesem neugeschaffenen Sammelgrab bestattet, sofern die Eltern nicht etwas anderes festlegen. Au�erdem k�nnen Eltern, deren bestattungspflichtiges Kind totgeboren wurde oder bis zum 3. Lebensmonat (einschlie�lich) verstorben ist, dieses in diesem Gemeinschaftsgrab bestatten lassen. Gerade wenn der erste Schock �berwunden ist und die Sehnsucht nach dem verlorenen Kind �berm�chtig wird, werden betroffene Eltern und Angeh�rige hier in Bad Salzungen - wie in mittlerweile vielen anderen gro�en St�dten - einen Ort haben, um ihren Kindern zu gedenken. Und sie werden
wissen, wo die sterblichen �berreste ihrer Kinder liegen.
Es ist geplant, das diese Sammelbeisetzungen zweimal im Jahr stattfinden sollen (im Fr�hjahr und im Herbst). Den Beisetzungen geht dann jeweils eine �kumenische Gedenkfeier im Andachtsraum des Klinikums Bad Salzungen voraus. �ber die Termine werden Sie durch Ver�ffentlichung in der Zeitung, das Klinikum Bad Salzungen oder die Selbsthilfegruppen informiert. Alle Informationen �ber die Entstehung und Entwicklung des Projektes, den Text des Informationszettels der Stadt Bad Salzungen, die Termine f�r die Gedenkfeiern etc. k�nnen Sie z.B. auf der Homepage der Selbsthilfegruppe Sternchen-Eltern Rh�n nachlesen:
www.sterncheneltern-rhoen.de.vu
Wenn die Kinder im Rahmen der Sammelbeisetzung beerdigt werden, so entstehen den Eltern keine Kosten. Nur wenn die Eltern bzw. ein Elternteil eine Einzelbestattung w�nscht, werden die dann entstehenden Kosten berechnet. Einen Teil der Kosten �bernimmt das Klinikum Bad Salzungen, um jedoch eine w�rdige Grabanlage mit jeweils einem Jahresstein f�r die beiden Sammelbeisetzungen finanzieren zu k�nnen, sind wir u.a. auf Spenden angewiesen. Solch ein Schicksal kann jeden treffen, egal ob als Eltern oder als Angeh�riger oder als Freund. Niemand garantiert einem, da� eine Schwangerschaft gl�cklich verl�uft und man am Ende ein gesundes und munteres Kind im Arm hat.
Spendenkonto-Nr. 2127 bei der Wartburg-Sparkasse (BLZ 840 550 50)
Verwendungszweck: Gemeinschaftsgrab f�r Stillgeborene Kinder - 3.7500.3680
(Spendenbescheinigung kann die Stadt bei Angabe des Absenders ausstellen)
Die Initiatoren der Gemeinschaftsgrabanlage f�r Stillgeborene Kinder, insbesondere die Eheleute Carolin und Heiko Semmelroth, laden Sie hiermit nochmals herzlich zur Einweihung und der ersten Trauerandacht / Beisetzung ein ! Allen betroffenen Eltern w�nschen Sie viel Kraft f�r die schweren Stunden, liebevolle und verst�ndnisvolle Menschen um sie rum und ganz viel Hoffnung und Lebensmut !
1. Trauerandacht f�r stillgeborene Kinder
am 10. Juni 2006 um 10:00 Uhr
auf dem Stadtfriedhof "Auf den Eich�ckern"
in Bad Salzungen OT Wildprechtroda
(ArtikelENTWURF von Carolin Semmelroth zur Einweihung der neuen Gemeinschaftsgrabanlage / Mai 2006)
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Wenn Kinder uns verlassen, bevor sie richtig ankommen
Der 06. Dezember 2004 wird uns ein Leben lang in Erinnerung bleiben, denn an diesem Tag ist unsere kleine und langersehnte Tochter Madleen Leonie geboren worden. Sie sah so wundersch�n aus, als wir sie endlich in den Armen hielten. Ganz zart und friedlich, fast als w�rde sie nur schlafen. Und wenn man so will, schl�ft sie ja auch, nur das sie niemals mehr aufwachen wird. Denn als wir unser Kind, auf das wir 6 Jahre warten mussten, endlich in unseren Armen hielten, da war es schon zu den Sternen aufgebrochen. Und lie� uns hier zur�ck, voller Trauer und Schmerz, voller unerf�llter Hoffnungen und W�nsche, aber auch voller Liebe und Dankbarkeit...
Fast 7 Monate ist das jetzt her. Das Leben geht irgendwie weiter, der gleiche Alltag wie vorher und trotzdem ist die Welt f�r uns eine andere geworden. Auch wenn man es uns nicht die ganze Zeit anmerkt, aber unsere Gedanken drehen sich immer noch st�ndig um unsere s��e Maus. Wir haben zwar das Gl�ck, zum gro�en Teil eine verst�ndnisvolle Familie und liebe Freunde um uns zu haben. Aber langsam wechseln immer mehr das Thema, wenn wir anfangen von unserem Kind zu reden und wie sehr wir sie vermissen. Irgendwie k�nnen wir das sogar verstehen, denn f�r Andere ist es ja schon eine ganze Weile her. Doch f�r uns ist es so, als w�re es erst gestern gewesen, als wir sie im Arm hielten. Und f�r einige Au�enstehende ist es schwer zu akzeptieren, da� wir �berhaupt um unser Kind trauern und dann auch noch so lange. Schlie�lich war sie f�r diese Leute �noch nicht richtig da". Aber wir haben gef�hlt, wie sie sich bewegt, hatten gesehen, was f�r ein h�bsches Baby sie war, haben gesp�rt, wie gerne sie leben wollte... F�r uns war sie da. Und ist es noch, denn nur wer vergessen wird, ist wirklich tot. Unser Kind lebt in unseren Herzen und in unseren Gedanken weiter und daf�r gibt es auch keine zeitliche Begrenzung !
Es ist f�r Nichtbetroffene unvorstellbar, wie widerspr�chlich die Gedanken und Gef�hle von Eltern wie uns, von Sternchen-Eltern sind. Sie wollen uns gerne tr�sten, suchen die richtigen Worte und sagen dann, oft aus Hilflosigkeit, S�tze wie �Du bist noch jung. Du wirst noch andere Kinder haben." Dabei vergessen sie nur, da� kein Kind dieses Eine jemals ersetzen wird, es ist dieses Eine, das wir so schmerzlich vermissen und immer vermissen werden. Oder sie sind der Meinung: �Sei froh, das es so fr�h passiert ist, sonst w�re es noch viel schlimmer." Ich mu� Euch sagen: schlimmer geht nicht ! Es w�re einfach ANDERS gewesen. Doch vorallem h�tten wir mehr Erinnerungen gehabt, von denen wir zehren k�nnten. Nat�rlich wollten wir nicht das unser Kind unn�tig leidet, aber wie sehr w�nschten wir, wir h�tten nur einen einzigen Schrei von ihr geh�rt oder einmal in ihre Augen blicken k�nnen oder sehen, wie sie ihr N�schen kr�uselt oder sp�ren wie sie ihre Beinchen bewegt... Es sind diese kleinen Dinge, die f�r andere Eltern bei der Geburt ihres Kindes selbstverst�ndlich sind, die wir vermissen und die wir niemals erleben werden.
Aber um das Alles vollkommen verstehen und nachvollziehen zu k�nnen, mu� man leider unser trauriges Schicksal teilen. Um die Trauer richtig verarbeiten zu k�nnen und auch um neuen Lebensmut zu finden, mu� man ungehemmt dar�ber reden k�nnen, wenn man es denn will. Und mit wem k�nnte man da besser und unbeschwerter reden als mit anderen Betroffenen ?! Daher haben wir eine Selbsthilfegruppe f�r Sternchen-Eltern gegr�ndet, die sich jetzt jeden ersten Donnerstag im Monat (n�chster Termin ist der 07.07.) immer um 19:30 Uhr im Pfarrgemeindesaal Buttlar trifft. Wir m�chten dazu von Herzen alle Eltern einladen, die ein Kind w�hrend der Schwangerschaft oder rund um die Geburt verloren haben oder die es erst ein wenig bei sich haben durften. Und es ist auch egal, wann ihr Euer Kind hergeben mu�tet, vor wenigen Tagen oder vor vielen Jahren. Wenn ihr mit uns �ber Euer Sternchen reden m�chtet, dann seid ihr herzlich willkommen ! Ganz wichtig ist uns dabei, da� wir nicht nur �ber unsere Trauer oder die Wut, die einen manchmal �berkommt zu reden, sondern das wir uns gegenseitig Mut machen und neue Hoffnung geben...
F�r weitere Informationen und zur Anmeldung f�r die Treffen k�nnt ihr Euch gerne an uns wenden:�Sternchen-Eltern Rh�n"
Carolin und Heiko Semmelroth, Tel.: 036 967 / 70 980
E-mail: sterncheneltern-rhoen "at" web.de
(geschrieben von Carolin Semmelroth und erschienen in der Geisaer Zeitung / Nr. 13 / am 02. Juli 2005)